Spanien – zuerst fahren wir ins Ebro-Delta

Sonntag 15. Februar 2026 – wir haben die erste Nacht in Spanien hinter uns. Gestern sind wir von ‚Perpignan‘ auf der AP7 hinunter ins ‚Ebro-Delta‘ gefahren und haben glücklicherweise noch ein Plätzchen auf dem Stellplatz beim ‚Casa de Fusta‘ gefunden. Auf den beliebten Stellplätzen im Delta herrscht «Dichtestress», und das Mitte Februar.

Heute war entgegen der Prognosen ein sonniger Tag, immer noch viel Wind, aber trocken und warm; und so haben wir den ersten Tag für Spaziergänge genutzt und konnten schon einige Vögel beobachten. Sabine hat bei einem «Fliegenden Händler» Orangen gekauft, und die musste sie dann 2 km zurück zum Stellplatz tragen:

Sabine: Voll im Gegenwind mit einem Sack Orangen auf der Schulter …

Brauner Sichler (Familie Ibisse und Löffler)

wir tippen auf Wasserralle (Familie der Rallenvögel)

 

Montag 16. Februar 2026 – heute klingelt der Wecker um 07:00, es ist noch dunkel draussen. Wir wollen den Sonnenaufgang über der Lagune erleben und hoffen, auch ein paar schöne Vögel zu sehen (Der frühe Vogel fängt den Wurm).

Sonnenaufgang kurz vor Acht im Beobachtungsposten an der Lagune ‚Bassa de L’Encanyissada‘

Auf einem gefluteten Reisfeld haben wir heute MorgenStörche gesichtet!

die Flamingos hauen ab …

Nach der kurzen Tour zum Sonnenaufgang gibts Frühstück im Forsty und danach machen wir noch eine gemütliche Velotour durchs Delta bis an den Strand.

Sabine ist heute zum ersten mal seit ihrem Unfall in den Herbstferien wieder auf ihr E-Bike gestiegen. Noch muss sie ihr Handgelenk schonen und kann nicht all zu weite Touren machen; aber sie hat wieder Freude am Velofahren und das ist sehr erfreulich.

Unterwegs haben wir dann auch ein paar Vögel gesehen ;=)

Flamingos überall …

Eine Kormoran-Kolonie und mitten drin ein Graureiher

Nach der Mittagspause haben wir uns gegen 16:00 Uhr nochmals an den Beobachtungsturm beim ‚Casa de Fusta‘ gelehnt und auf schöne Begegnungen gewartet. Manchmal muss man wirklich Geduld haben, weil einfach ganz lange nichts passiert. Aber dann plötzlich …..

Aktuell Sabine’s Lieblingsvogel im Ebro-Delta: Der weisse Seidenreiher

Und zum Abschluss des schönen Tages gibts eine eindrückliche Abendstimmung:

 

Dienstag 17. Februar 2026 – heute ist «Entsorgen – Wasser auffüllen – Wäsche waschen – Einkaufen – Gasflasche tauschen – Tank füllen» angesagt. Danach fahren wir ganz runter zur Ebro-Mündung bei ‚Riumar‘ zum bekannten Beobachtungsturm.

Da hier unten überall ein Übernachtungsverbot ausgeschildert ist, fahren wir zurück nach ‚Deltebre‘ und weiter über den ‚Riu Ebro‘ nach ‚els Muntells‘, wo es am Dorfrand beim Schulhaus einen kleinen, kostenlosen Stellplatz gibt, der nicht ganz überfüllt ist (er ist auch nicht besonders hübsch ;=), aber für eine Nacht ist er ganz ok.

Wetter: Heute Nachmittag war es das erste mal so richtig warm: Das Ducato-Thermometer hat um 16:00 Uhr während der Fahrt 23° angezeigt!

 

Mittwoch 18. Februar 2026 – die Nacht war sehr ruhig in ‚els Muntells‘, am Morgen ist es bewölkt, aber es soll wieder sonnig werden. Wir machen heute mal wieder eine Velotour durchs Delta, zuerst zur ‚Llacuna de Riet Vell‘ zu einer Vogelbeobachtungsstation:

In diesem Beobachtungshaus wurde jedes verursachte Geräusch mit strafenden Blicken quittiert. Irgendwie unangenehm die Stimmung bei den ernsthaften «Birdern» – und zu sehen gab es dann auch nur die üblichen Flamingos, Enten, Kormorane … (Bild links: Blick aus den Beobachtungshaus)

Nach diesem Kurzbesuch fuhren wir weiter durch endlose Reisfelder zu einem Aussichtsturm ‚Bassa de l’Alfacada‘ am ‚Lo Migjorn‘, einem Seitenarm des ‚Riu Ebre‘. Aktuell liegen die Felder noch in der Winterbrache und stehen teilweise unter Wasser, so dass wir unterwegs viele Wasservögel gesichtet haben:

Interessant: Die Seidenreiher fliehen nicht wegen den Baggerbewegungen,
sondern wegen den nahenden Velofahrern ;=)

Und der Blick vom Aussichtsturm …

Zurück sind wir auf der Asphaltstrasse via ‚Deltebre‘ zum Stellplatz gefahren. Nach einem stärkenden Lunsch haben wir zusammen gepackt und sind nochmal quer durch die schönen Strecken im Delta nach ‚Deltebre‘ auf den Stellplatz direckt am ‚Riu Ebro‘ gefahren (Dieser Platz kostet 8€ für 24 Stunden, Entsotgung extra 5€).

Der ‚Riu Ebre‘ führt Hochwasser, die Uferpartien stehen recht gut im Wasser … der viele Regen der letzten Wochen ist überall sichtbar.

Donnerstag 19. Februar 2026 – in der Region des ‚Ebro-Delta‘ ist Sturmwind gemeldet mit Böen bis zu 120 kmh. Das dürfte im Wohnmobil ziemlich ungemütlich sein! Deshalb verlassen wir das ‚Ebro-Delta‘ etwas schneller als geplant. Wir düsen schon um 8:00 Uhr los Richtung ‚Valencia‘, weil für ‚Valencia‘ gibt es keine Sturmwarnung. Mit einer Z’Morge-Pause unterwegs stehen wir gegen 11:00 Uhr in einem Vorort von ‚Valencia‘ auf einem Supermarktparkplatz direkt am Strand; das Wetter ist prächtig und viele Menschen sind schon sommerlich gekleidet.

Wir fahren mit den Velos in die Stadt, parken diese in der Nähe des «Triumpfbogen» und machen uns zu Fuss in die Innenstadt. Die Kathedrale bestaunen wir nur von aussen, der Eintritt macht 10€/Pers. was wir etwas seltsam empfinden.

Da passt uns die Markthalle bedeutend besser, weil da gibt es viele schöne Auslagen und leckeres Essen; und die Halle selber ist auch wirklich schön.

Nach dem Innenstadt-Bummel fahren wir noch durch die Grünanlagen ‚Jardi del Turia‘ zum Museumsquartier von Santiago Calatrava, dessen Arichtektur einfach fantastisch ist.

Von da geht’s per Velo zum Hafen und dann am Strand entlang zurück nach ‚Port Saplatja‘, wo unser Forsty auf uns wartet.

das warme Frühlingswetter lockt schon viele Menschen an den Strand von ‚Valencia‘

Und was nun? Hier im Lärm und der Betriebsamkeit der Metropole bleiben? Oder lieber ab in die Berge? Wir haben uns für die Berge entschieden und sind am Nachmittag die ca. 80km über den ‚Puerto de Arenillas‘ nach ‚Montanejos‘ gefahren. Hier soll es eine warme Quelle ‚Fuente de Los Baños‘ und eine schöne Schluchtwanderung am ‚Rio Mijares‘ geben. Leider haben wir im Ort keine schöne Übernachtungsmöglicheit gefunden, und so mussten wir wieder 6km zurück fahren nach ‚Montán‘, wo es etwas ausserhalb des Dorfes beim Sportgelände einen kleinen Stellplatz gibt.

 

Freitag 20. Februar 2026 – ‚Fuente de los Baños‘. Nachts hat wieder starker Wind am Forsty gerüttelt, aber wir konnten trotzdem gut und sicher schlafen auf diesem kostenlosen Stellplatz. Am Vormittag machen wir einen Spaziergang ins Dorf und kaufen im kleinen «Supermarcado» Brot, Kaffee und Früchte. In der Bar beim Sportgelände kauft Sabine dann auch noch 5 Liter von lokalen Bauern produziertes Olivenöl, das wunderbar fruchtig schmeckt.

‚Montán‘ fotografiert vom Sportgelände

Danach fahren wir wieder nach ‚Montanejos‘ zu der ‚Fuente de los Baños‘. Das Parken hier ist für spanische Verhältnisse richtig teuer: 1€ für 30 Minuten. Der Grund ist wohl der eingeschränkte Platz einerseits, und anderseits dass die Leuet nicht zu lange bleiben, denn in der Saison ist die Fuente sehr beliebt und der Zugang zu dem warmen Flussbad kostet auch Eintrittsgeld.

Wir haben 2 Stunden «gebucht» und zuerst eine kurze Wanderung Richtung Stausee gemacht, sind aber bei der ersten Staustufe wieder umgekehrt (Der Weg erfordert einiges an Trittsicherheit).

Danach haben wir uns in die Badehosen gestürzt und sind mutig in den ‚Rio Mijares‘ gestiegen, der bei der Fuente laut Webeintrag immer 25° warm sein soll. Uns schien er nicht ganz so warm, aber einmal drinnen war es dann ganz angenehm. Das Wasser soll gesundheitsfördernde Wirkung haben: Bei mir hat es Gleichgewichtsstörungen und grosse Müdigkeit ausgelösst, so dass ich am Nachmittag zwei Stunden geschlafen habe ;=)

Anschliessend sind wir hoch zum Stausee ‚Embalese de Arenoso‘ gefahren, wo wir in der Nähe von ‚Puebla de Arenoso‘ einen schönen Rastplatz mit super Blick auf das Dorf gefunden haben. Und hier habe ich mich dann auch gleich mal für zwei Stunden in die Koje gelegt.

‚Puebla de Arenoso‘ und der hinterste Teil des ‚Embalese de Arenoso‘ im Abendlicht

Samstag 21. Februar 2026 – heute fahren wir nach ‚Teruel‘. Ausgangs des Dorfes ‚Puebla de Arenoso‘ findet sich ein schöner Brunnen mit gutem Trinkwasser. Merke: In Spanien immer Wasser auffüllen, wenn sich eine Möglichkeit ergibt! (Spanien ist ein trockenes Land).

‚Fuente de la Salud‘ in ‚Puebla de Arenoso‘

Wir kurven, und das ist wörtlich zu nehmen, durch die ‚Sierra Gúdar‘ durch Dörfer wie ‚Fuentes de Rubielos‘, ‚Rubielos de Mora‘ und ‚Mora de Rubielos‘ und stossen bei ‚La Puebla de Valverde‘ auf die Autobahn A-23 nach ‚Teruel‘.

‚Rubielos de Mora‘ – hier machen wir einen kurzen Dorfspaziergang

In ‚Teruel‘ fahren wir auf den offiziellen Stellplatz im Osten der Stadt an der N-234. Der Platz ist umgeben von LKW-Parkplätzen und einem Einkaufszentrum, nicht schön, aber praktisch um die schöne Altstadt von ‚Teruel‘ zu besuchen. Und es hat Ver- und Entsorgung kostenlos!

Den optimalen Zeitpunkt haben wir aber nicht erwischt: Es ist gerade ein grosses «Mittelalter-Festival», das die ganze schöne Altstadt in Beschlag nimmt, und so sind die wirklich beidruckenden Bauten von ‚Teruel‘ durch das bunte Treiben verdeckt.

«Teruel liegt auf einer Anhöhe im Süden Aragoniens und hat eine Altstadt mit bedeutendem mittelalterlichen Erbe. Der Turm der Kathedrale sowie die Türme San Salvador, San Martín und San Pedro sind die Juwelen eines Mudéjar-Ensembles, das zum Weltkulturerbe erklärt wurde» https://www.spain.info/de/reiseziel/teruel/

‚Teruel‘ ist auch der Ausgangspunkt einer der bekannsten spanischen Bikepacking-Routen: den «Montañas Vacias», was frei übersetzt in etwa «Die leeren Berge» bedeutet; mit 2 Pers. pro Quadratkilometer eine der am dünnsten besiedelten Regionen Europas:
https://montanasvacias.com/route/

 

Und heute Abend gibt’s mal wieder Pizza aus dem «Nonna Aurelia» Backofen, von Sabine liebevoll gebacken:

….. und schon ist die dritte Woche voll; voller schöner Erlebnisse und mittlerweile auch mit mehrheitlich schönem Wetter …..

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