Spanien muss warten …

Die andauernden Unwetter in Portugal und Andalusien ermutigen uns nicht gerade, schnellst möglich in den Süden oder in die Extremadura zu fahren – aber der Hauptgrund, wieso wir in ‚Saint-Marie-la-Mer‘ feststecken ist Sabines E-Bike, das in ‚Perpignan‘ beim Velodoktor steht und auf ein Ersatzteil wartet.

Sonntag 8. Februar 2026 – das Wetter ist auch hier am Mittelmeer sehr wechselhaft, oft bewölkt und es liegt viel Wasser in den Feldern.

Sabine holt sich gleich in den ersten tausend Schritten nasse Füsse …

Wir nutzen die trockenen Vormittagsstunden für einen Spaziergang entlang des ‚Agulla de l’Auca‘ mit Blick in ein kleines Naturreservat. Der teilweise recht sumpfige Weg führt bis zur Mündung des ‚Le Bourdigou‘ an den Strand. Diesem entlang spazieren wir zurück ins winterlich verschlafene ‚Saint-Marie-la-Mer‘.

Der verschneite Berg im Hintergrund muss wohl der ‚Pic du Canigou‘ (2784m) sein, oder ist es vielleicht der ‚Pic de Madrés‘ (2469m)? Jedenfalls ist der Gipfel seit wir hier sind immer in Wolcken gehüllt.

Mein heutiger Spaziergang über den richtig grossen Stellplatz in ‚Saint-Marie-la-mer‘ mit ein paar Foto-Impressionen:

Insbesondere im Bereich P3 stehen richtig dicke Brummer. Einige haben sich, so scheint es zumindest, als Dauercamper eingerichtet. Unser Forsty (letztes Bild) wirkt neben den grossen Dicken wie ein Spielzeug-Camper. Sichtbar wird auch auf dem Stellplatzgelände, dass die Gegend aktuell mit sehr viel Wasser gesegnet ist.

Du kannst die Bilder in Originalgrösse anschauen, in dem du ins Bild klickst; mit der Esc-Taste kommst du wieder zur Normalansicht zurück (falls du den Blog mit einem windows-PC betrachtest)

Montag 9. Februar 2026 – heute ist ganz passables Wetter und die Sonne zeigt sich häufig. Wir starten am Vormittag zu einem Einkauf bei Intermarché und fahren danach zum ‚Etang de Leucate‘, damit Sabine auch etwas von der Gegend zu sehen bekommt: Zuerst bei ‚Saint-Hippolyte‘ und danch bei ‚Salses-de-Château‘, wo sich ein grosses Feuchtgebiet vom See bis an die Hügel ausdehnt: ‚Les Sagnes des Salses‘. Hier einige Impressionen von unserem Spaziergang:

Im letzten Bild ist zu sehen, wie hoch der Wasserstand aktuell ist: Die Strasse hinaus nach ‚Les Baraques des Pêcheurs‘ steht unter Wasser.

Es gab erfreulicherweise auch ein paar Wasservögel zu sehen: Reiher, Flamingos, Kormorane, Enten, Möven …..

Silberreiher – leider sind die «Viecher» recht weit von uns Beobachtenden entfernt ….. aufgenommen mit der OM-1 und 75 – 300mm MFT (entspricht 600mm Vollformat)

 

einige Flamingos sind zu sehen …..

und die Versammlung der Kormorane ….

 und ein grauer Einzelgänger …..

immer wieder schön blühende Mandelbäume finden sich am Wegesrand

Dienstag 10. Februar 2026 – das Wetter heute …

Sabine auf dem Weg den Stellplatz um zwei Tage zu verlängern – wir warten auf ihr E-Bike :=)

Ideales Wetter um Fotos zu bearbeiten – lesen – stricken – youtube …..

Mittwoch 11. Februar 2026 – das Wetter heute … in der Nacht hatten wir stark böiger Wind, der an unserm Forsty gerüttelt und geschüttelt hat. Tagsüber war es heute recht sonnig und schön warm (20°), so sehr dass eine mutige Nachbarin sich ins Badekleid stürzte um die erste Bräunung einzufangen (Aber nur für kurze Zeit ;=).

 

Spaziergang zum Strand – Frau Bürgi im Glück …..

schöne Strelitzia – gefunden bei einem Haus am Wegrand

und auch dieses Elsternpaar spürt den Frühling und ist schon fleissig mit dem Nestbau beschäftigt

In der kommenden Nacht soll ein Orkan über uns hinweg fegen. Wir haben schon mal das WoMo mit der Schnautze in die erwartete Windrichtung gedreht … und hoffen, dass es nicht gar zu wild wird.

Donnertstag 12. Februar 2026 – ja der Orkan ‚Nils‘ kam in seiner ganzen Heftigkeit in den frühen Morgenstunden und hat richtig heftig am Forsty geschüttelt. Passiert ist auf dem Stellplatz zum Glück nichts, alle haben vorgesorgt und ihre Sachen verräumt oder gesichert.

Der ganze Tag war geprägt von immer wiederkehrenden heftigen Böen, so dass es für uns ein «bleibt Zuhause» Tag im WoMo wurde. Sabine ist mal kurz die 300m zu ALDI, und zusammen haben wir uns zum Duschhäuschen gewagt, das war’s dann schon.

Am Nachmittag gab’s mal kurz einen Regenbogen, habe durchs geschlossene Fenster fotografiert ;=)

Freitag 13. Februar 2026 – so ein Pech! Nachts ist die Wohnraumbatterie ausgestiegen, autonomes Stehen hat seine Grenzen, wenn die Sonne kaum scheint. Dank der Powerstation konnte ich die Batterie aber wieder etwas aufladen (Mit der Powerstation Landanschluss simmulieren, so kann die Wohnraumbatterie wieder geladen werden).

Das richtige Pech kommt aber etwas später: Wir fahren zum Veloladen um nachzufragen, ob Sabines E-Bike geflickt werden konnte. Leider immer noch nicht, weil wegen des Orkan von Gestern haben sie gar keine Lieferungen erhalten. das bedeutet, nochmals einen Tag warten, weil heute sollte das Teil endlich eintreffen.

Etwas frustriert fahren wir dann nach ‚Saint-Cyprien-Plage‘ zu einem Stellplatz beim Bootshafen. Nach einer Woche ‚Sainte-Marie-la-Mer‘ ist etwas Abwechslung angesagt. Den Platz finden wir recht schnell und es hat auch noch freie Plätze, aber auch schon wieder ein neues Zugangssystem! Sabine registriert sich, aber ihre E-Mail wird nicht akzeptiert. Immer diese neue komplizierte Techwelt, schimpfen wir und fahren weiter Richtung ‚Elne‘, wo sich ein CCP befindet. Unterwegs kommt dann die E-Mail an Sabine: Die Registrierung beim Hafen war erfolgreich ,=((. Aber jetzt drehen wir nicht wieder um, wir fahren nach ‚Elne‘. Der CCP-Standplatz liegt etwas ausserhalb des Ortes zwischen zwei Strassen und ist wirklich nicht attraktiv!

Hingegen soll der Ort ‚Elne‘ eine bedeutende Vergangenheit haben: «‚Illbéris‘, der ursprüngliche Name von Elne, ist seit der Antike ein Land von unvergleichlichem historischem Reichtum» (tourisme-pyrenees-mediterranee.com). Nun grad soviel Reichtum haben wir bei unserem Spaziergang durch ‚Elne‘ (katalanisch: Elna) heute Nachmittag nicht entdecken können, (wir sind ja auch keine Historiker), aber der alte Ortskern ist sicher ein Besuch wert. Das Wetter war halt leider auch heute nicht besonders fotogen (wir waren um unsere Regenjacken froh), aber für ein paar Schnappschüsse hat es gereicht:

Ein Klick ins Bild gibt dir eine grosse Ansicht, zurück mit Esc (Windows)

Aufmerksame «Stadtwanderer» können an vielen Häusern schöne Malereien und Details finden. Auch viele schöne alte Mauern gibt es zu sehen.

Ein «Reisebürofotograf» hätte bestimmt ganz andere Bilder von ‚Elne‘ gemacht, und er hätte auch auf weiches, warmes Sonnenlicht gewartet: Aber wie unschwer zu erkennen ist, bedeutet mir Architektur- und urbane Fotografie nicht so viel wie die Entdeckung möglichst unberührter Natur – und neuerdings auch die Schönheit der Tier- und Vogelwelt.

Den Freunden von Fassadenmalereien möchte ich noch einen Tipp geben:
Im alten Dorfkern von ‚Sainte-Marie-la-Mer‘ finden sich ganz viele auf Hauswände gemalte Bilder. (Es hat ordentlich geregnet und ich hatte die Kamera nicht dabei)

Und dann kam sie doch noch, die gute Nachricht heute Nachmittag:
Während dem Dorfrundgang in ‚Elne‘ hat Sabine die lang ersehnte E-Mail erhalten; ihr Velo ist repariert und abholbereit. halleluja
(Genau eine Woche hat’s gedauert bis das Bosch-Ersatzteil beim Velohändler angekommen ist, da sind wir in der Schweiz vielleicht doch etwas verwöhnt!? Vor 16:00 bestellt, ist das gewünschte Teil am nächsten Mittag schon beim Velomech :=)

 

Samstag 14. Februar 2026 – und noch ein schwarzer Tag? Eigentlich beginnt er ganz gut, der neue Tag, mit frisch gebackenem Brot aus Sabines ‚Nonna Aurelia‘. Und dann fahren wir nach ‚Perpignan‘ um Sabines E-Bike abzuholen. Es funktioniert wieder tadellos. Wir sind erleichtert, und die Reparatur war auch vergleichsweise preisgünstig! Beim Aufladen auf den Heckträger fällt es mir dann aber fast zu Boden; eine starke Windböe zerrt es mir beinahe aus den Händen. Und dann benötigen wir noch die Spanische Sicherheitstafel aus der Garage. Ich öffne und versuche, das Schild herauszuziehen: Da schlägt eine heftige Böe die Garagentür zuerst mit lautem Knall gegen die Seitenwand und dann voll seitlich in mich hinein. Nun das war noch nicht all zu schlimm, viel schlimmer ist der im Schloss abgebrochene Schlüssel (ich hatte ihn dummerweise im Schloss stecken lassen und er ist voller Wucht gegen die Seitenwand geknallt). Jetzt haben wir nur noch einen Schlüssel für die Garagen und Wohnraumtür und das eine Schloss lässt sich nicht mehr abschliessen, weil der abgebrochene Schlüssel drin steckt. So eine Sch……

Danach fahren wir «mautfrei» nach Spanien. Zuerst ist der Plan bis in die Region von ‚Figueres‘, nach ‚Sant Pere Pescador‘ zu fahren, aber in der Ausfahrt auf der A7 entscheiden wir spontan, gleich bis ins ‚Ebro-Delta‘ durchzuziehen. Südlich von ‚Barcelona‘ und dann besonders ab ‚Tarragona‘ ist der Orkanwind auf der A7 so heftig, dass ich die Geschwindigkeit freiwillg reduziere, insbesondere nach dem wir den zweiten umgekippten LKW auf der Autobahn haben liegen sehen (Zum Glück beide auf der Gegenfahrbahn Richtung Frankreich).

Zuerst fahren wir den kostenlosen Stellplatz bei ‚Sant Jaume d’Enveja‘ an, aber dieser ist nicht sehr schön gelegen und komplett überfüllt. Und so tuckern wir noch über schmale, holprige Strässchen weiter durchs ‚Ebro-Delta‘ bis zum Stellplatz ‚Casa de Fusta‘. Hier befinden sich grosse Lagunen, ein Beobachtungsturm, ein Restaurant, ein Museum mit Thema ‚Ebrodelta‘ und um die hundert z.Z. kostenlose Stellplätze, die zwar recht gut belegt sind, aber es finden sich noch freie Plätze dazwischen. (Km 1751)

Der Orkanwind weht so kräftig, dass wir zu Fuss richtig dagegen ankämpfen müssen, um zum Beobachtungsturm zu kommen. Auch den Vögeln gefällt der Sturmwind nicht und so sind kaum welche zu sehen, leider. Zurück im ‚Forsty‘ können wir beim Abendessen noch einen schönen Abendhimmel geniessen, während der Wind heftig am WoMo rüttelt.

Blick aus dem Fenster zum Abendrot über den Lagunen

Heute war es trotz Orkanwinden schon richtig schön warm und wir hatten meist blauen Himmel während der Fahrt ins ‚Ebro-Delta‘.

Tia, und schon ist auch Woche2 unserer Spanienreise passé – wir haben es heute wenigstens nach Spanien geschafft: Spanien, wir sind da!

1 Gedanke zu „Spanien muss warten …

  1. hallo Sabine und Samuel. Danke für die feucht fröhlichen impressionen, diese Jahreszeit ist nicht sehr farbenfroh, nur die Wasservögel fühlen sich wohl. Hoffe die Wetterlage bessert sich sonst bekommt ihr noch graue Haare. Auch bei uns im Toggenburg ist es feuch, regen anstatt Schnee. . Liebe Grüsse und Glück bim Reise. Werni

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