Endlich ist es soweit, wir fahren nach Spanien! Da wir jetzt beide in Rente sind, haben wir mehr Zeit zum Reisen. Also beschliessen wir, fortan auf gebührenpflichtige Strassen zu verzichten, denn diese sind in Frankreich ja richtig teuer. Mein Plan: Einmal quer vom ‚Jura‘ nach ‚Hendaye‘ im Südwesten Frankreichs und von da weiter nach ‚Spanien‘, zuerst nach ‚Bilbao‘ und dann «querfeldein» in die ‚Extremadura‘; Kraniche schauen bevor diese nach Norden ziehen…
Sonntag 1. Februar – 10:30 in ‚Bern‘ gestartet haben wir es am ersten Tag bis ‚Digoin‘ an der ‚Loire‘ geschafft (360km). Ein kurzer Spaziergang an der ‚Loire‘ und dann ist es auch schon dunkel. Nachts regnet es teilweise kräftig, aber am nächsten Morgen drückt sogar etwas zaghaft die Sonne durch.
Montag 2. Februar 2026 – wir fahren weiter westwärts, via ‚Limogues‘ nach ‚Perigueux‘, Hauptort des ‚Perigord‘, auf einen Stellplatz von «Camping-Car-Park», einer Organisation, die viele kostenpflichtige Stellplätze vorwiegend in ‚Frankreich‘ betreibt. (km 749). Der Platz ist günstig gelegen, um die Stadt zu Fuss zu besuchen. Am Abend machen wir noch einen kurzen Spaziergang in die Altstadt, und dann ist auch schon wieder Feierabend.
Dienstag 3. Fenbruar 2026 – Am Morgen bummeln wir ausgiebig durch die schöne Altstadt von ‚Perigueux‘ und geniessen etwas Sonnenschein an der ‚Place de la Clautre‘ neben der eindrücklichen ‚Cathédrale Saint-Front‘ mit ihren vielen Türmen.
Zwischenzeitlich ist mein Fahrplan (Streckenplan) ins Wanken gekommen, weil in ‚Portugal‘ und Teilen von ‚Spanien‘ neue Unwetterwarnungen ausgegeben wurden, nachdem Portugal schon Ende Januar von heftigen Unwettern mit enormen Regenmengen heimgesucht wurde. Und die Wetterapps zeigen für die kommenden zwei Wochen mehrheitlich Wolken und Regen, die von einem Tief im ‚Atlantik‘ auf die ‚Iberische Halbinsel‘ vordringen, und sie zeigen auch eine einigermassen sonnige Seite an der Mittelmeerküste. Darum gibt es jetzt eine Fahrplanänderung: Nachdem wir bereits soweit westwärts gekommen sind, ziehen wir nun einen weiten Bogen Richtung Mittelmeer. Am Nachmittag fahren wir via ‚Bergerac‘ bis zu einem CCP (Camping-Car-Park) bei ‚Castillonnès‘, irgendwo im Nirgendwo (km 824). Abends erleben wir im WoMo bei Regen einen schönen doppelten Regenbogen, wobei uns ein schöner Sonnenuntergang mindestens so sehr beglücken würde.
Wir lassen es uns nicht nehmen, am Mittwoch-Vormittag noch einen kurzen Spaziergang durch das verschlafene ‚Castillonnès‘ zu machen, doch viel zu sehen gibt es da nicht. Dann geht es weiter quer durch die ‚Pampas‘ Richtung ‚Toulouse‘ und weiter bis auf einen CCP in ‚Castelnaudary‘ am ‚Canal du Midi‘ (km 1055).
Generell fällt auf, dass es den Dörfern und kleinen Städtchen offensichtlich wirtschaftlich nicht sehr gut zu gehen scheint; überall geschlossene Geschäfte und Lokale zum Mieten oder zu Verkaufen. Besonders schmerhaft für uns, die lokalen Bäckereien (Boulangerie) werden immer weniger, sie werden verdrängt von den Supermärkten und den grossen Boulangerie-Ketten an den Hauptverkehrsstrassen, die aber halt leider nichts mehr mit dem traditionellen Bäcker-Handwerk gemein haben.
Das ist auch in ‚Castelnaudary‘ nicht anders, wie wir auf einem Spaziergang ins Städchen festellen müssen. Sicher, es ist aktuell Winterzeit und es sind nicht viele Touristen unterwegs und so sind vielleicht auch Geschäfte geschlossen, die im Sommer dann wieder vom Tourismus profitieren? Irgendwie zeigt sich uns ein düsteres Bild der französischen Provinz … ein Nährboden für Rechtspopulismus?
Bis ans Mittelmeer bei ‚Perpignan‘ sind es jetzt noch ca. 150km.
Donnerstag 5. Februar 2026 – wir fahren durchs ‚Katharerland‘ ans Mittelmeer, nach ‚Sainte-Marie-la-Mer‘ auf einen riesigen Camperstellplatz (km 1204) , auf dem viele dicke Brummer stehen, die hier zu überwintern scheinen; haben doch viele von ihnen auch ein normales Auto mit dabei. Die Parzellen sind entsprechend gross, so dass neben dem Luxusliner oder dem umgebauten Reisecar gut noch ein PW Platz findet. Und der Preis ist entsprechend günstig: 9.50€ für ein Reisemobil inkl. zwei Personen. Da wir keine Drohne haben, kann ich das Ausmass des Platzes leider nicht abbilden.
Am Nachmittag wollen wir mit den Velos an den Strand fahren, doch oh-jeh – Sabines E-Bike streikt schon nach ein paar Sekunden und lässt sich nicht mehr einschalten. So spazieren wir dann zu Fuss durch den wenig idillischen Badeort zum Strand, um das Mittelmeer zu begrüssen:
Freitag 6. Februar 2026 – ich versuche nochmals alle Tricks, um das E-Bike zum Laufen zu bewegen, es ist vergebens. So fahren wir nach ‚Perpignan‘ zu einem Veloladen, den wir mittels googelsuche ausfindig gemacht haben: Suchkriterium: Bosch E-Bike Service. Der Mechaniker bei ‚Bouticycle‘ ist freundlich und hilfsbereit. Wir dürfen das Velo da lassen und er verspricht, uns zeitnah mit einer E-Mail zu informieren, was das Problem ist.
Um die Wartezeit sinnvoll zu nutzen machen wir einen Ausflug an den ‚Etang de Canet-Saint-Nazaire‘, zuerst zu einem sog. Beobachtungspunkt wo man Flamingos sehen kann und dann noch zum ‚Villlage de Pêcheurs‘ auf dem Damm zwischen Etang und Meer gelegen (Route de Saint-Cyprien).
Im späteren Nachmittags erhält Sabine dann die Mail von ‚Bouticycle‘ und unser Verdacht erhärtet sich; der Remote-Schalter scheint tatsächlich defekt zu sein. Schön geht das so schnell, nur – jetzt ist leider warten angesagt: Er hat das Teil nicht Lager und muss es bestellen, und da schon Freitag Nachmittag ist geht leider übers WE gar nichts mehr. Wir werden also bis ca. nächsten Donnerstag hier in der Gegend festsitzen, solange halt bis wir das Bike abholen können.
Good News – heute Abend ist Premiere des ‚Nonna Aurelia‘ Backofen: Es gibt selbstgemachte Pizza und ein kleines Drama … (Sabine Fragen).
Samstag 7. Februar 2026 – heute habe ich eine Velotour zum ‚Etang de Leucate‘ gemacht, genauer zu einem Tier-Beobachtungsposten am Südwestende des See. Die gesamte Lagune ist eingebettet in einen Naturpark:
Handyfotos mit der Komoot-App aufgenommen:
https://www.komoot.com/de-de/tour/2776852630
Gesehen habe ich in diesem Vogel/Tier-Beobachtungsgebiet leider nichts ausser ein paar flinke Singvögel und einem flüchtenden Graureiher: Falsche Tageszeit oder gar falsche Jahreszeit?
Dafür habe ich auf dem Rückweg zwei schöne Begegnungen mit Tieren gemacht:
Ich traf auf eine grosse Schafherde, was ja ansich noch nicht besonders interessant ist. Aber auf einigen der Schafe sassen und landeten solch weisse Vögel: Vermutlich handelt es sich um den Kuhreiher, das kann ich aber nicht mit Sicherheit sagen. Vielleicht ist es auch der hier verbreitete Silberreiher?
Ein kurzes Wegstück weiter treffe ich an einem Kanal bei ‚Saint-Hippolyte‘ auf Biber – Biber? Nein, der Schwanz passt nicht! Nach einiger Rechérche komme ich zum Schluss, dass es sich um die Nutria, auch Biberratte genannt, handeln muss. Sie gilt als Schädling, weil sie u.A. Uferbereiche unterhöhlt und zerstört.
Wir haben das erste mal von diesem Tier Kenntniss genommen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Nutria
Sabine hat heute einen ausgiebigen Strandspaziergang gemacht, sie ist ja z.Z. velolos – und sie hat heute ihr erstes Brot im «Nonna Aurelia» Ofen gebacken.
(Zu Sabines neuem «Nonna Aurelia» Backofen werden wir demnächst ein paar Bilder posten – versprochen)
Heute Abend dann die aktuellen Wetternews von Portugal und Spanien: Schon wieder heftige Unwetter in Portugal, in Andalusien und auch in der Extremadura, diesmal ist es das Sturmtief «Martha», das vom Atlantik auf das iberische Festland trifft und grosse Schäden anrichtet. Und so sind wir froh, dass wir rechtzeitig die «Kurve» genommen haben und jetzt einigermassen akzeptables Wetter haben: Aber auch hier regnet es immer wieder kräftig und überall steht/liegt Wasser wo es normalerweise wohl trocken ist:
Hier noch ein Bild von «unserem» Stellplatz in ‚Sainte-Marie-la-Mer‘ mit richtig grossen Parzellen und entsprechend dicken Brummern: Siehe «Spanien muss warten …»




















