Portugal – Centro

30.09.2019 – Wir sind im Centro Portugals angekommen. Der erste Morgen im Centro – nieselnder Nebel – was für ein Empfang!

Und die Wäsche unter dem Omnistore – noch nasser als gestern Abend …

Wir fahren weiter südwärts, unser Ziel:  Der Strand Praia Osso da Baleia. Vorher noch schnell einkaufen im Intermarché von Cabeco do Carrio. Am Strand angekommen, scheint endlich die Sonne und wir können unsere Wäsche trocknen:

Strandspaziergang am Mittag …

 

und ca. 3 Stunden später … dicker Nebel (wie in Wangen an der Aare) …..


1.10.2019 – Der Morgen ist wieder neblig an der Praia Osso da Baleia:

Und so ziehen wieder weiter, südwärts … Richtung Nazaré

Ein erster Zwischenstopp bei einem Picknickplatz mit Brunnen nahe Praia de Vieira: Wassertank auffüllen! denn Brunnen sind an der Küste sehr selten:

Der nächste Zwischenstopp ist ein Fotohalt an der Praia Velha:

Und dann sind wir auch schon bald in Nazaré; bei den Surfern bekannt wegen den bis 20m hohen Monsterwellen, die im Winter zuweilen die weltbesten Surfer anlocken. Heute ist davon jedoch nicht viel zu sehen. Wir besuchen den Aussichtspunkt beim Leuchtturm (Farol) und die Santuário de nossa Senhora da Nazaré (Kirche) mit dem Bild ‘unserer heiligen Mutter von Nazareth’, bei den katholischen Portugiesen sehr beliebt.

Santuário de nossa Senhora da Nazaré …

 

Und dann finden wir auch die Surfer an der Praia do Norte:

Mein Veruch, Surfer beim surfen zu fotografieren an der Praia do Norte von Nazaré …

 

Und zu guter Letzt werden wir heut wieder mal mit einer schönen Abendstimmung verwöhnt:

Farol mit Festung in Nazaré …


2.10.2019 – von Nazaré reisen wir weiter der Küste entlang südwärts Richtung Peniche. Bei der Anfahrt auf Foz do Arelho treffen wir auf dieses wunderbare Bild:

Strand von Foz do Arelho, in der Mitte die Verbindung zur Lagune Lagoa de Obidos, im Hintergrund die Halbinsel von Peniche …

Wir stehen an der Strandpromenade von Foz do Arelho. Sabine macht einen Spaziergang zur Lagune Lagoa de Obidos, ich bleibe mit Durchfall im Camperino (wohl was schlechtes erwischt gestern Abend)

Dann fahren wir zur Praia de Rei Cortico. Dazu muss man die ganze Lagune umfahren, was ziemlich dauert. Trozdem, wir finden, der Weg hat sich gelohnt. Ein endloser Strand mit steilen Felsenklippen, der sich bis Peniche dahin zieht:

Die Praia de Rei Cortico; die Klippen sind eindrücklich, liegen aber leider noch im Schatten …

Es wird Zeit, einen Übernachtungsplatz zu finden. park4night hat uns einen schönen Vorschlag bereit, direkt an einem Seitenarm der Lagoa de Obidos gelegen. Diesen fahren wir jetzt an und sind gleich begeistert!

Lagoa de Obidos, so schön kann frei stehen sein …


3.10.2019 – Die Halbinsel Peniche besucht man entweder wegen dem bekannten Surfspot an der Praia da Coca da Alfarroba / Praia de Dunas oder wegen der spektakulären Klippen:

Surfer waren gefühlt hunderte in den Wellen und am Strand – die Klippen sind eindrucksvoll, aber das Licht war nicht ideal für ein Fotoshooting … und so sind wir bald schon weitergezogen, immer noch südwärts Richtung Lissabon.

 

Wir haben einen schönen Platz gefunden an der Praia da Mexilhoeira nähe Praia de Santa Cruz, hoch über den Klippen, mit Strandzugang über eine lange Treppe …

schöner freistehen …

 

Hheute Abend haben wir einen folgenschweren Entscheid getroffen: Wir fahren nicht mehr weiter südwärts nach Lissabon, einfach weil uns die Zeit dazu zu knapp wird (Um Lisboa angemessen zu besuchen würden wir mindestens zwei bis drei Tage benötigen, die uns aber dann für das Landesinnere fehlen würden). Wir beschliessen also, Lisboa ein andermal würdig und ausgiebig zu besuchen und fahren ab Morgen Freitag wieder nordwärts, diesmal durchs Landesinnere, zuerst am Tejo entlang, dann Richtung Torre.


4.10.2019 – Unsere erste Station ist Santarém, genauer gesagt Ribeira de Santarém, ein Ortsteil unten am Tejo. Wir machen hier bei der Tejobrücke unsere Mittagspause direkt am Fluss, der bei Lissabon in den Atlantik mündet:

Hinter uns Blumenschmuck der besonderen Art …

… und danach unser Verdauungsspaziergang durch Ribeira de Santarém:

Wir verlassen den morbiden Ort über die Tejobrücke …

… und fahren auf der N118 nach Constânica, ein kleines hübsches Dorf am Zusammenfluss von Zêzere und Tejo:

Auch hier darf ein kleiner Nachmittagspaziergang durch den Ort mit ein paar spontanen Schnappschüssen natürlich nicht fehlen:

Die hübschen, aber ziemlich leeren Gassen von Constânica ( In den Sommerferien sind sie wohl ziemlich belebt).


5.10.2019 – Heute Samstag Morgen haben die ansässigen Bootsverleiher tonnenweise Kanus an den Zêzere gekarrt. Da wird heute wohl die Hölle los sein? Und so haben wir schleunigst den Platz geräumt …

… und sind auf den noch ruhigen PP bei der Templerburg ‘Castelo de Almourol’ auf einer kleinen Insel im Tejo gefahren, um in Ruhe zu Frühstücken:

Ab 10°° Uhr färt eine kleine Fähre die Besucher zur Templerburg … vorher ist es auf dem PP schön ruhig.

 

Dann sind wir weiter nach Tomar gefahren, zur nächsten Templerbastion. Grösser, schöner, eindrücklicher … das Convento de Cristo trohnt mächtig über dem Ort. Zuerst aber Platz nehmen auf dem Camping Municipal, der zum kostenlosen Camperstellplatz umfunktioniert wurde (Google = Parque de Autocaravanas de Tomar). Ein bisschen abhängen, lesen, Wäsche waschen und die grösste Hitze verstreichen lassen – ja, hier im Landesinnern ist es bedeutend wärmer als an der Küste.

Bummel durch den historischen Teil von Tomar … hinauf zum Convento de Cristo …

Convento de Cristo – der innere Teil der Anlage war leider schon geschlossen, so dass wir unseren Besuch auf Morgen Sonntag verschieben müssen …

… dafür gab’s dann im Cafe Paraiso einen feinen Vinho verde …

… bevor wir uns um 19°° ins Restaurante Bela Vista zu einem feinen portugiesischen Znacht setzten. Das Restaurante findet sich direkt an der historischen Brücke am linken Flussufer des Nabão, nur wenige hundert Meter vom ‘Parque de Autocaravanas de Tomar’. Wir haben auf der kleinen Terrasse ein ausgezeichnetes Abendessen mit feinen Vorspeisen und einer Flasche Hauswein genossen (www.abelavista.pt) Dazu die wunderbare Sicht auf den Fluss, die Brücke, die Altstadt und das Convento … was will Mensch mehr?

Ist halt nur ein Handyfoto …


6.10.2019 – nach einem gemütlichen Sonntagmorgen haben wir das Convento de Cristo, entgegen unseren gestrigen Plänen, links liegen lassen und sind direkt zum nahe liegenden Aqueduto do Pegões gefahren. Dieses wurde gebaut, um das Convento de Cristi mit Wasser zu versorgen. Ein beindruckendes Bauwerk, wenn man bedenkt, mit welch bescheidenen technischen Hilfsmitteln damals gebaut wurde …

Aqueduto do Pegões bei Tomar …

Trinkwasserflaschen auffüllen an einem Brunnen in der Sierra da Lousã …

Der Rest des Tages wurde zu einem Transfertag, wir fuhren durch die Sierra da Lousã nach Lousã und dann auf der N342 Richtung Avo (Eigentlich wollten wir in der Sierra da Lousã halt machen und Velo fahren. Aber die kahlen Hügel mit ihren Windrädern haben uns so gar nicht angesprochen). Gefühlte tausend Kurven waren es heute bis Baril de Alva am Rio Alva, ca. 10km vor Avo. Hier sitzen wir nun auf einem einfachen Stellplatz der Gemeinde Baril de Alva und erholen uns vom kurvenreichen Tag:

Kurz vor Sonnenuntergang am Rio Alva angekommen …


7.10.2019 – Rio Alva – wieder mal bei Nebel aufgewacht. Wir fahren heute Richtung Torre (Der höchste Berg Portugals) durch die Serra da Estrela bis nach Unhais da Serra. Hier finden wir beim Praia Fluvial (Flussbad) einen angenehmen, offiziellen und kostenlosen Stellplatz der Gemeinde.

Nochmals Wasser auffüllen in Baril de Alva. Wäre nicht nötig gewesen, wir haben später noch viele Brunnen gesehen …

Fotohalt in Avé am Rio Alva …

 

Unterwegs haben wir uns zum wiederholten Male gefragt, warum wir mit Portugals Mitte nicht so spontan warm werden wie mit anderen Gegenden Europas. Sicher, es hat wunderbare Strände und ist ein Paradies für Surfer. Was uns aber auffällt wenn wir durchs Landesinnere fahren, und das beginnt teilweise schon fast direkt am Strand, sind die endlosen Monokuturen an Eukalyptuswäldern, die sich fast über das ganze Centro bis weit hinauf in die Serra’s erstrecken; und oft sind diese Wälder aufgrund der vielen Waldbrände nur mehr Felder und Hügel voll von schwarzen Streichhölzern. Gibt es Euro-Geld für das Aufforsten mit Eukalyptus? Wir wissen es nicht.

Was auch ins Auge fällt: Viele der Dörfer wirken irgendwie heruntergekommen, ausgestorben, fast etwas verlassen, aufgegeben, obwohl da sicherlich Menschen wohnen (Für wen sonst würden all die Autos herum stehen?) und es fehlt ihnen meist am Charme, den z.B. vergleichbare Dörfer in der Provence haben.

Monokulturen – und verbrannte Erde …


8.10.2019 – Unhais da Serra – heute fahren wir auf den Torre; für einmal auf Zweirädern! Der Torre ist mit 1993 M.ü.M. der höchste Berg Portugals, und man kann bis zum höchsten Punkt fahren, nicht nur mit dem Velo, auch mit dem PW oder Camper. Und das haben wir heute getan, mit den Velos von Unhais da Serra auf den Torre, ca. 21km und 1269hm. Unsere Route ist kein Klassiker; normalerweise wird der Torre von Seia oder von Covilhã auf der N339 gefahren, was wir im Nachhinein auch sehr gut verstehen. ‘Unsere’ Strasse ist nicht mal in der Michelinkarte Portugal Centro 1/300’000 eingezeichnet, und der Strassenbelag von Unhais da Serra hinauf bis zur N339 (15 von 21km) ist sehr sehr grob, und zwischendrin gibt es gar ein ca. 2km langes Stück Naturstrasse.

Mit schmerzenden Beinen oben angekommen (Dank der letzten drei Ferienwochen mit null Trainingkilometer) …

Der Strassenbelag, sehr rauh, rumpelig und kräftezehrend, sowohl rauf wie runter ….

Phantastischer Weitblick, wenn die Luft sehr klar wäre, was sie heute leider nicht ist ….. und die Handybilder tragen wohl auch nicht zur Bildqualität bei (Aber das Handy ist halt viel leichter als eine anständige Kamera).

 

Der kostenlose Stellplatz am Praia Fluvial Prainha in Unhais da Serra mit den Fluss-Schwimmbecken:

Das Fluvial (Flussbad) hat zwei Schwimmbecken und die Wassertemperatur ist sehr erfrischend, andere sagen dazu a….kalt. Aber nach dem Torre tut Erfrischung im kalten Wasser den ausgebrannten Beinen richtig gut.


9.10.2019 – Wir sind heute durch die Serra da Estrela nach Guarda gefahren (Guarda, die höchst gelegene Stadt Portugals liegt schon wieder im Norte). Auf dem Campismo Municipal haben wir uns eingerichtet und wieder mal warm geduscht. Nach einem nachmittäglichen Stadtbummel durch die alten Mauern sind wir heute Abend ein letztes mal portugisisch Essen gegangen. Guarda kann man – muss man aber nicht gesehen haben.

Zum Abschied von Portugal eine Strassenweisheit:

wir haben Zeit / Zeit ist Alles / Alles zu seiner Zeit / und wir haben Alles. … oder so?

Uns jedenfalls rinnt die Zeit davon und wir müssen uns langsam auf den Heimweg machen. Morgen fahren wir darum quer durch Galizien bis nach Biarritz (so ungefähr jedenfalls).


 

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